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Keratokonus: Was ist das? Eine Übersicht

2. August 2024

Keratokonus ist eine fortschreitende Augenkrankheit, die durch eine schrittweise Verformung der Hornhaut gekennzeichnet ist. Diese Erkrankung beginnt oft in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter und kann, wenn sie unbehandelt bleibt, zu einer erheblichen Verschlechterung der Sehkraft führen. Trotz der Schwere der Symptome ist Keratokonus eine behandelbare Erkrankung, und es gibt mittlerweile verschiedene therapeutische Ansätze, die darauf abzielen, die Hornhautstruktur zu stabilisieren und die Sehschärfe zu verbessern.

Was ist Keratokonus?

Keratokonus ist eine degenerative Hornhauterkrankung, bei der die normalerweise kugelförmige Hornhaut eine konische Form annimmt. Diese Verformung entsteht, weil die Hornhaut dünner wird und sich in der Mitte nach außen wölbt. Die Symptome beginnen oft schleichend und können sich im Verlauf der Erkrankung verschlimmern.

Häufige Symptome von Keratokonus:

  • Verschwommenes Sehen: Anfangs leicht, kann sich mit der Zeit verschlimmern.
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit: Probleme bei starkem Licht oder nachts.
  • Doppelbilder: Wahrnehmung von Doppelbildern oder Verzerrungen von Objekten.
  • Häufige Brillenwechsel: Verschlechterung der Sehkraft trotz Brillenanpassungen.

Keratokonus entwickelt sich typischerweise in der Pubertät und kann bis ins mittlere Alter fortschreiten, wobei die Symptome mit der Zeit gravierender werden können.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen von Keratokonus sind noch nicht vollständig geklärt, es gibt jedoch mehrere Faktoren, die zur Entstehung beitragen können:

  • Genetische Prädisposition: Keratokonus kann in Familien auftreten, was auf eine genetische Veranlagung hindeutet. Studien zeigen, dass etwa 10 % der Patienten eine familiäre Geschichte von Keratokonus haben.
  • Umweltfaktoren: Häufiges Reiben der Augen, Umweltallergien und UV-Strahlen könnten zur Entstehung von Keratokonus beitragen.
  • Biologische Faktoren: Ungleichgewichte von Enzymen und Kollagen in der Hornhaut können ebenfalls eine Rolle spielen.

Diagnostik von Keratokonus

Die Diagnose von Keratokonus erfolgt in der Regel durch einen Augenarzt, der verschiedene Tests und Untersuchungen durchführt, um die Hornhaut zu beurteilen und die Schwere der Erkrankung zu bestimmen.

  • Hornhauttopographie: Ein Schichtbildverfahren, das die Form der Hornhaut kartiert und Veränderungen sichtbar macht. Die Hornhauttopographie ist das Hauptwerkzeug zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Keratokonus.
  • Hornhaut-Pachymetrie: Misst die Hornhautdicke. Bei Keratokonus ist die Hornhaut typischerweise dünner in der Mitte und dicker am Rand.
  • Optische Kohärenztomographie (OCT): Liefert hochauflösende Bilder der Hornhautstruktur und kann helfen, den Schweregrad des Keratokonus zu beurteilen.

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Behandlungsmöglichkeiten für Keratokonus

Konservative Therapien

Zu Beginn der Erkrankung können weiche Kontaktlinsen oder Brillen zur Korrektur der Fehlsichtigkeit eingesetzt werden. Diese Maßnahmen sind meist nur bei leichteren Formen des Keratokonus ausreichend.

Medizinische Eingriffe

Kollagen-Crosslinking ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem die Hornhaut mit UV-Licht und Riboflavin behandelt wird, um die Hornhautstruktur zu stabilisieren und die Krankheitsprogression zu verlangsamen. Die Methode hat sich als wirksam erwiesen, um die Verschlechterung des Keratokonus zu stoppen. Eine Studie1 zeigt, dass das Crosslinking-Verfahren die Progression des Keratokonus bei den meisten Patienten signifikant verlangsamen oder stoppen kann.

Bei fortgeschrittenem Keratokonus, bei dem andere Behandlungen nicht mehr ausreichen, kann eine Hornhauttransplantation notwendig sein. Dies ist ein invasiver Eingriff, bei dem die erkrankte Hornhaut durch eine Spenderhornhaut ersetzt wird.

Eine Studie2 zeigt, dass die Hornhauttransplantation bei Patienten mit fortgeschrittenem Keratokonus eine hohe Erfolgsquote aufweist.

Innovative Therapien und Forschung

Intacs-Ringe sind kleine, halbkreisförmige Implantate, die in die Hornhaut eingeführt werden, um die Hornhaut zu stabilisieren und die Sehschärfe zu verbessern. Diese Methode wird oft als Zwischenlösung vor einer möglichen Hornhauttransplantation verwendet.

Es gibt laufend neue Forschungen zur Weiterentwicklung von Behandlungsmethoden, einschließlich genetischer Therapien und der Anwendung von Stammzellen zur Regeneration der Hornhaut.

Verlauf der Erkrankung

Keratokonus ist eine chronische Erkrankung, die im Verlauf des Lebens variieren kann. Bei frühzeitiger Diagnose und geeigneter Behandlung kann der Fortschritt der Erkrankung oft erfolgreich verlangsamt oder gestoppt werden. Mit modernen Behandlungsmethoden wie Crosslinking und spezialisierter Kontaktlinse ist es vielen Patienten möglich, ihre Sehschärfe langfristig zu stabilisieren und eine gute Lebensqualität aufrechtzuerhalten.

Empfehlungen für Patienten

Patienten mit Keratokonus sollten regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt wahrnehmen und sich über ihre Behandlungsmöglichkeiten informieren. Frühzeitige Diagnose und Anpassung der Therapiestrategie sind entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die bestmöglichen Sehresultate zu erzielen.

Fazit

Keratokonus ist eine ernstzunehmende Hornhauterkrankung, die frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden sollte, um die beste Prognose für den Patienten zu gewährleisten. Die Diagnose erfolgt durch spezialisierte Untersuchungsmethoden, und die Behandlungsmöglichkeiten reichen von konservativen Maßnahmen über medizinische Eingriffe bis hin zu innovativen Therapien.

Durch Fortschritte in der Forschung und neue Behandlungsmethoden stehen den Patienten heute mehr Optionen zur Verfügung als je zuvor. Die richtige Wahl der Therapie hängt von der Schwere der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.

Studienlage/Quellen:
1 = Studie: Wollensak, G., et al. (2003). “Crosslinking Treatment for Keratoconus” in Ophthalmology.

2 = Studie: Durrie, D. S., et al. (2017). “Long-Term Outcomes of Corneal Transplantation for Keratoconus” in Cornea.