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Langzeitkomplikationen von Augenlaser-Behandlungen

20. September 2024

Augenlaser-Behandlungen wie LASIK, LASEK und PRK gelten als sichere und effektive Verfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus. Trotz ihrer hohen Erfolgsquote und der schnellen Heilungszeit gibt es jedoch einige potenzielle Langzeitkomplikationen, die bei einem kleinen Teil der Patienten auftreten können.

Diese sollten vor einer Operation sorgfältig abgewogen werden, denn die möglichen Langzeitfolgen reichen von leichten bis hin zu schwerwiegenden Komplikationen.

Trockene Augen

Eine der häufigsten Langzeitkomplikationen nach Augenlaser-Behandlungen ist das trockene Auge. Ungefähr 30 % der Patienten berichten nach dem Eingriff über chronische Trockenheit der Augen, die von leichten Irritationen bis hin zu erheblichen Beschwerden reichen kann. Durch die Operation können Nerven in der Hornhaut geschädigt werden, die für die Tränenproduktion verantwortlich sind. In vielen Fällen normalisiert sich die Tränenproduktion nach einigen Wochen oder Monaten, doch bei manchen Patienten bleibt das Problem bestehen und erfordert eine dauerhafte Behandlung.

Behandlungsmöglichkeiten: Langfristige Behandlungsmöglichkeiten umfassen den Einsatz von künstlichen Tränen und Feuchtigkeits-Gel-Tropfen. In schwerwiegenden Fällen kann es erforderlich sein, Tränenkanal-Stöpsel, sogenannte Punctum Plugs, einzusetzen oder andere medizinische Behandlungen in Erwägung zu ziehen, um die Symptome zu lindern.

Verschlechterung der Sehkraft (Regression)

Einige Patienten erleben nach einer Augenlaser-Behandlung eine sogenannte Regression, bei der die Sehschärfe mit der Zeit wieder abnimmt. Eine Regression kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden. Einer der häufigsten Gründe ist die ursprüngliche Stärke der Fehlsichtigkeit. Patienten mit einer sehr hohen Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder einem starken Astigmatismus/Hornhautverkrümmung Astigmatismus haben ein höheres Risiko für eine Regression. Bei ihnen kann es schwieriger sein, die Hornhaut dauerhaft in die gewünschte Form zu bringen, was dazu führt, dass die Sehkraft nach der Operation allmählich wieder nachlässt.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Alter des Patienten. Jüngere Patienten haben oft eine flexiblere Hornhaut, was das Risiko einer Rückverformung erhöht. Im Laufe der Zeit kann das Auge versuchen, in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. Aber auch ältere Patienten erleben häufiger eine Regression, insbesondere wenn sie bereits Altersweitsichtigkeit entwickeln. Dies kann dazu führen, dass die zuvor korrigierte Sehkraft wieder nachlässt.

Die Dicke der Hornhaut spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Wenn die Hornhaut von Natur aus dünn ist oder während der Operation zu viel Gewebe entfernt wurde, kann die Stabilität der Hornhaut beeinträchtigt werden. Eine instabile Hornhaut hat ein höheres Risiko, sich mit der Zeit zu verformen, was eine Regression der Sehkorrektur begünstigen kann.

Ein weiterer Faktor ist der Lebensstil des Patienten. Menschen, die intensiver UV-Strahlung ausgesetzt sind, beispielsweise durch häufiges Arbeiten im Freien, haben ein höheres Risiko für eine Regression. UV-Strahlung kann das Gewebe der Hornhaut beeinflussen und dazu führen, dass es sich im Laufe der Zeit verändert.

Behandlungsmöglichkeiten: Eine erste Möglichkeit bietet hier in vielen Fällen die Nachkorrektur. Dabei handelt es sich um eine erneute Laseroperation, um die Hornhautform weiter zu korrigieren und die Sehkraft zu stabilisieren. Diese Nachbehandlung wird in der Regel erst durchgeführt, wenn das Auge vollständig verheilt ist und die Regressionserscheinungen stabil sind. Alternativ kann man sich auch für das Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen entscheiden.

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Ektasie

Eine der ernsteren und seltenen Langzeitkomplikationen nach Augenlaser-Behandlungen wie LASIK oder PRK ist die Ektasie der Hornhaut. Bei einer Ektasie kommt es zu einer fortschreitenden Ausdünnung und Verformung der Hornhaut, was zu einer erheblichen Verschlechterung der Sehschärfe führen kann. Im Wesentlichen ähnelt diese Komplikation dem Krankheitsbild des Keratokonus, bei dem die Hornhaut zunehmend kegelförmig wird und dadurch das Licht nicht mehr richtig gebrochen wird.

Die Ektasie tritt auf, wenn die Hornhaut nach einer Augenlaser-Behandlung strukturell instabil wird. Während des Eingriffs wird eine dünne Schicht der Hornhaut entfernt oder umgeformt, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. In einigen Fällen wird jedoch zu viel Gewebe entfernt oder die Hornhaut war von vornherein zu dünn, um die notwendige Stabilität zu gewährleisten. Dies kann dazu führen, dass die Hornhaut nach dem Eingriff nicht in der Lage ist, dem Augeninnendruck standzuhalten, was zu einer allmählichen Vorwölbung führt.

Patienten, die bereits vor der Operation eine dünne oder schwache Hornhaut hatten, sind besonders gefährdet, eine Ektasie zu entwickeln. Ebenso spielt die ursprüngliche Dicke der Hornhaut eine große Rolle: Je dünner die Hornhaut nach dem Lasereingriff ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie sich verformt. Aus diesem Grund ist eine gründliche präoperative Untersuchung der Hornhautdicke und -stärke unerlässlich, um das Risiko zu minimieren.

Behandlungsmöglichkeiten: Die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Ektasie der Hornhaut hängen vom Schweregrad der Erkrankung ab. In den meisten Fällen wird zunächst versucht, das Sehvermögen mithilfe spezieller Kontaktlinsen zu verbessern. Hier kommen häufig sogenannte Sklerallinsen zum Einsatz, die auf der weißen Lederhaut des Auges aufliegen und eine glatte, künstliche Oberfläche schaffen, wodurch die unregelmäßige Hornhautkrümmung ausgeglichen wird. Diese speziellen Linsen können das Sehvermögen erheblich verbessern, sind jedoch nicht immer die endgültige Lösung, insbesondere bei fortschreitender Ektasie.

Eine der effektivsten Behandlungsmethoden zur Stabilisierung der Hornhaut ist das Hornhaut-Crosslinking. Bei diesem Verfahren wird die Hornhaut mit UV-Licht bestrahlt, nachdem sie mit Riboflavin (Vitamin B2) getränkt wurde. Dadurch werden neue Verbindungen zwischen den Kollagenfasern der Hornhaut gebildet, was sie stabiler und widerstandsfähiger gegen weitere Verformungen macht. Crosslinking kann das Fortschreiten der Ektasie aufhalten, jedoch bereits eingetretene Veränderungen nicht rückgängig machen. Es ist daher besonders wirksam, wenn die Ektasie frühzeitig diagnostiziert wird.

In moderaten Fällen können Hornhautimplantate, auch bekannt als Intacs, eingesetzt werden. Diese kleinen bogenförmigen Kunststoffsegmente werden in die Hornhaut implantiert, um deren Struktur zu stabilisieren und die Verformung zu verringern. Sie können das Sehvermögen verbessern und die Hornhaut wieder in eine gleichmäßigere Form bringen, ohne dass eine vollständige Transplantation erforderlich ist.

In schwereren Fällen, wenn andere Behandlungen nicht ausreichen oder die Ektasie bereits stark fortgeschritten ist, bleibt als letzte Option oft eine Hornhauttransplantation. Hierbei wird die geschädigte Hornhaut durch Spendergewebe ersetzt. Diese Methode bietet eine langfristige Lösung, erfordert jedoch eine längere Erholungsphase und birgt das Risiko von Abstoßungsreaktionen.

Unregelmäßiger Astigmatismus

Unregelmäßiger Astigmatismus ist eine mögliche Langzeitkomplikation nach Augenlaser-Behandlungen, bei der durch den Eingriff die gleichmäßige Wölbung der Hornhaut beeinträchtigt werden. Es gibt verschiedene Ursachen, die nach einer Augenlaser-Behandlung zu einem unregelmäßigen Astigmatismus führen können. Eine der Hauptursachen ist eine ungleichmäßige Abtragung der Hornhaut während der Laseroperation. Wenn der Laser nicht gleichmäßig über die Hornhaut arbeitet oder das Auge während des Eingriffs minimal bewegt wird, kann die Hornhaut unregelmäßig abgetragen werden.

Ein weiterer möglicher Faktor ist die unvollständige Heilung der Hornhaut nach dem Eingriff. In manchen Fällen bildet sich Narbengewebe, oder der Heilungsprozess führt zu einer unvorhersehbaren Veränderung der Hornhautform. Diese Veränderungen können dazu führen, dass das Licht nach der Operation ungleichmäßig gebrochen wird.

Patienten mit einer dünneren Hornhaut sind besonders gefährdet, einen unregelmäßigen Astigmatismus zu entwickeln, da bei ihnen weniger Gewebe zur Korrektur zur Verfügung steht. Ebenso kann es bei Menschen, die eine sehr starke Fehlsichtigkeit korrigieren lassen, zu größeren Veränderungen in der Hornhautkrümmung kommen, was das Risiko für unregelmäßigen Astigmatismus erhöht.

Behandlungsmöglichkeiten: Die Behandlungsmöglichkeiten bei unregelmäßigem sind ähnlich zu denen einer Ektasie und hängen von der Schwere der Unregelmäßigkeit ab. In vielen Fällen kommen spezielle Kontaktlinsen zum Einsatz, insbesondere gasdurchlässige oder Sklerallinsen. Diese Linsen haben eine feste, glatte Oberfläche, die die unregelmäßige Hornhautform überbrückt und so für eine bessere Sicht sorgt. Brillen oder herkömmliche weiche Kontaktlinsen sind in der Regel nicht ausreichend, um die Sehstörungen zu korrigieren.

Für einige Patienten kann eine topographie-gesteuerte Laserbehandlung eine Option sein. Diese Methode nutzt genaue Daten zur Hornhautkrümmung, um gezielt unregelmäßige Bereiche zu glätten und die Sehqualität zu verbessern. In Fällen, in denen die Hornhaut durch den unregelmäßigen Astigmatismus instabil wird, kann ein Hornhaut-Crosslinking angewendet werden. Diese Technik stabilisiert die Hornhaut, indem sie deren Struktur stärkt und so eine weitere Verschlechterung verhindert.

Fazit

Obwohl eine Augenlaserbehandlung ein Routineeingriff ist und für die meisten Menschen eine langfristige Verbesserung der Seh- und Lebensqualität darstellt, gibt es ein geringes Restrisiko für ernsthafte Langzeitkomplikationen. Für zukünftige Patienten ist es ratsam, sich umfassend über die potenziellen Langzeitfolgen zu informieren und sich von einem erfahrenen Augenarzt beraten zu lassen, um die beste Entscheidung für die individuelle Situation zu treffen.